Weckschnapp - Ein tückisches Brötchen am Faden

Ja, Sie haben richtig gelesen. Es heißt tatsächlich Weckschnapp und nicht etwa „Wegschnapp“. Denn mit wegschnappen hat der Begriff nichts zu tun. Vielmehr leitet er sich von „Wecken“ oder „Weckchen schnappen“ also vom Brotwecken her.

Die Weckschnapp war die Bezeichnung für einen Turm (Ark) am heutigen Konrad-Adenauer-Ufer, der zur dem nördlichen Teil der mittelalterlichen Kölner Stadtmauer vorgelagerten Kunibertstorburg gehörte. In diesem sollen, der Sage nach, Verurteilte ohne Essen und Trinken eingesperrt worden sein. In der Mitte des Arrestraumes befand sich eine Falltür, über der an einem Faden ein Brotwecken hing. Von Hunger gepeinigt, versuchten die Häftlinge durch einen gewagten Sprung das Brotstück zu erreichen. Allerdings blieb es nur beim Versuch, denn das Brot hing zu weit oberhalb. Die Delinquenten stürzten also durch die Falltür in einen Schacht, der an seinen Wänden mit scharfen, langen Klingen versehen war und in den Rhein mündete. Die Gefangenen „entsorgten“ sich somit von selbst.

Der Kunibertsturm am Konrad-Adenauer-Ufer wird heute oft fälschlich als die Weckschnapp bezeichnet. Er gehörte ursprünglich ebenfalls zur Kunibertstorburg. Forschungen haben aber belegt, dass dieser nie eine Verbindung zum Rhein hatte. Wie oben schon erwähnt, war die Weckschnapp ein zweiter Turm, der am Ufer des Rheins stand und beim großen Eisgang 1784 fast vollständig zerstört wurde.

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