Platzjabbeck - Der Kopf am Rathausturm

PlatzjabbeckDer Platzjabbeck ist eine am Rathausturm angebrachte Männerfratze mit Schlapphut und Bart, die mit weit aufgerissenen Augen Richtung Alter Markt stiert.

Dieser Begriff heißt etwas frei übersetzt so viel wie „aufgerissener Mund zum Platz“. Denn „beck“ leitet sich vom französischen „le bec“ her und kann mit „Schnabel“ oder „Mund“ übersetzt werden. Das kölsche Wort „Jappe“ bedeutet den Mund –zum Beispiel wie beim Gähnen- aufreißen.

Der Platzjabbeck ist etwa 1445 entstanden. Aus diesem Jahr belegt nämlich eine Rechnung des Rates den Erwerb dieser Figur.

Die Zunge streckt diese etwas seltsame Erscheinung allerdings erst seit 1913 zu jeder vollen Stunde den Betrachtern entgegen. Aus diesem Grund und der Tatsache, wer die Figur in Auftrag gab, kann man die Theorie, dass der Kopf zur Verspottung des Kölner Rates angebracht worden sein soll, getrost „ad Akta“ legen. Warum hätte der Rat selbst sonst auch für die Kosten aufkommen sollen?

Der Platzjabbeck ist deshalb eher als Symbol für die Erlangung der Herrschaft der Zünfte und Gaffeln und das daraus resultierende, gesteigerte Selbstbewusstsein des Bürgertums zu verstehen.

DieserBeitrag wurde abgelegt unter Köln in Kürze und verschlagwortet mit , , , , . Permalink speichern als Lesezeichen.